Die Chroniken von Waldsee

Band 1 - Dämonenblut

Waldsee 1: Dämonenblut

Vor langer Zeit wurde ein magisches Artefakt gefunden, das ungeheure Kräfte birgt. Nur der Zwiegespaltene, so heißt es, kann es aktivieren - doch niemand weiß, was dann geschieht. Trotzdem wollen verschiedene Seiten und Völker das Artefakt für sich beanspruchen, und der jahrtausendelange Kampf darum entbrennt. In einer zerstörerischen Schlacht zerbricht das Artefakt in sieben Teile. Sechs Teile werden durch einen Sturm davongewirbelt und finden Hüter. Der siebte Splitter geht verloren. Doch das beendet den Kampf keineswegs, und auch die Suche nach dem Zwiegespaltenen wird fortgesetzt. Wer mag es sein? Wird er die Kräfte zum Guten oder zum Schlechten verwenden? Der zwanzigjährige Rowarn ist im abgeschiedenen Tal Inniu (Morgen) bei Zieheltern, den zentaurenartigen Velerii (Schnell-wie-der-Wind), aufgewachsen. Die Ereignisse überschlagen sich, als Rowarns beschauliche Welt durch grausige Morde an jungen Mädchen erschüttert wird - und zudem aus einem Land jenseits des Gebirges eine Schar Ritter auftaucht, die Rekruten für den Kampf um das Artefakt anwerben will. Rowarns erste Prüfung liegt in der Aufklärung der Mädchenmorde, denn so wie es aussieht, ist er aufgrund seiner Vergangenheit daran beteiligt. Und damit treibt er sich selbst in die Geschichte. Aus Rachedurst wird er schließlich den Rittern folgen, denn er erfährt, wer seine Mutter ist, dass er bald zu ihr reisen sollte - aber dass sie von einem Dämon ermordet wurde. Doch nach und nach muss Rowarn erkennen, dass sein Anteil am Kampf um das Artefakt weitaus bedeutender ist, und Rache - die er trotzdem nie aus den Augen verliert - nur zweitrangig. Rowarn betritt Freie Häuser, in denen die Türen nicht immer zu denselben Orten führen, durchquert wandernde Wälder und taucht in verzauberte Quellen. Er begegnet auf seiner langen Reise vielen Wesen: Dem Fürsten Ohneland, der Lady Morgenlied, dem Kriegskönig und Poeten der Zwerge, dem Roten Dämon, dem Einäugigen, dem Schattenluchs, Zwielichtgängern und Mondwandlern - und dem Visionenritter, einer Legende aus alter Zeit, den man auch den Waldlöwen nennt, der Letzte seines Ordens. Und dann sind da noch Nachtfeuer ... und irgendwo der Zwiegespaltene.

Leseprobe zu Band 1


Rezensionen:

Des Schamanen Wahnsinn

Lange hat es gedauert, aber jetzt wurde der Urlaub genutzt um endlich den letzten Band der "Chroniken von Waldsee" zu lesen. Es war mein erster Ausflug in die Fantasy, wenn man mal von "Der kleine Hobbit" absieht und er wurde reicht belohnt. Ausschlaggebend war die Autorin, Uschi Zietsch, die ich aus dem Heftromansektor in bester Erinnerung hatte. Mich hat interessiert, ob eine Autorin die sonst kurze Hefte verfasst, eine Geschichte solcher Länge erzählen kann. Und was soll ich sagen? Sie kann! Selten bin ich so tief in eine Welt abgetaucht wie mit diesen Büchern. Die drei Bände "Dämonenblut", "Nachtfeuer" und "Perlmond" sind fantastische Werke von jeweils knapp über 400 Seiten reinstem Lesespaß.
Zur Handlung: Held der Geschichte ist der junge Rowarn, ein Außenseiter, aufgezogen von den Velerii, einer Mischung aus Mensch und Pferd. Noch viele weitere einfallsreich erfundene Wesen tummeln sich auf Waldsee, dem Land in dem die Geschichte spielt. Während Rowarn am Anfang noch eines Mordes verdächtigt wird, beginnt sein Aufstieg mit seiner Entdeckung durch den Fürsten Noirun Ohneland und dessen Freund Olrig, dem Kriegskönig der Zwerge. Rowarn wird gebraucht im ewigen Krieg, der zwischen den Mächten des Regenbogens und der Finsternis tobt. Doch es gibt in diesem Buch mehr als schwarz-weiß-Darstellungen von Schlachten, es ist kein reines Gut gegen Böse. Die einzelnen Charaktere werden logisch dargestellt und beide Seiten könnten Recht haben in diesem ewigen Zwist. So kämpfen Menschen als Söldner für Femris, den Zwiegespaltenen und Dämonen auf der Seite des Regenbogens. Alle kämpfen sie um die Splitter eines Tabernakels, welches zusammengefügt unheimliche Macht entwickeln kann. Was genau geschehen wird, wenn die Splitter zusammen finden? Dies erfährt man erst auf den letzten Seiten, nach dem man vorher immer wieder große Überraschungen erlebt.
Große Kämpfe und wilde Schlachten finden ebenfalls ihren Platz, genau wie eine Liebesgeschichte, die nie schmalzig in den Vordergrund gestellt wird, für die Handlung aber sehr wichtig ist. Eingewoben ist alles in eine große Schöpfungsgeschichte, die dem ganzen den großen Hintergrund gibt.
Ich kann nur sagen, Daumen hoch und absolute Leseempfehlung. Insgesamt ca. 1200 Seiten, jedes Buch kostet 14 Euro. Schön anzusehen sind sie auch, finde ich. Im Oktober erscheint ein Nachfolgeband, der ca. 1000 Jahre nach der Geschichte der Waldsee-Chroniken spielen wird.




Die Waldsee-Chroniken: Grandioser Auftakt
www.lies-und-lausch.de
Redakteur: Stephanie Forster
Titel: Dämonenblut: Die Chroniken von Waldsee Teil 1 (Bastei-Lübbe Taschenbücher)
Autor: Uschi Zietsch
Verlag: Bastei-Lübbe
ISBN13/EAN: 9783404285174
Erschienen: 2008-04
Lies & Lausch Bewertung: *****


"In den grauen Tagen, als ich das Meer verließ,
flog eine weiße Krähe vor mir, die den Weg mir wies,
hierher nach Ardig Hall.
Sah ich so schon das große Schloss, leuchtend und rein,
baute allein es, schlug und schichtete Stein um Stein
alles für Ardig Hall.

Und in meiner Erinn'rung, wenn die Nacht ist klar,
spür ich die See, tauch ein in die Fluten und schwimm mit der Schar.
Oh! Kannst du sie sehn, die große Stadt aus Koralle und Stein?
Leuchtend und wiegend Blumentier, Anemon', Diamantenstern,
so steh ich und sehn mich, ewig klagend, die See ist so fern,
darf niemals hoffen, je wieder dort zu sein."

Rowarn ist schon immer der Außenseiter in Madin, einer kleinen Stadt im abgeschiedenen Tal Inniu.
Aufgewachsen bei den ehrwürdigen alten Velerii Schattenläufer und Schneemond, den Pferdmenschen, und mit seinen gelegentlichen Gewaltausbrüchen, ist er den meisten anderen Dorfbewohnern unheimlich und suspekt. Um so mehr erstaunt es ihn, als bei einem Dorffest sein heimlicher Schwarm Anini auf ihn zukommt und mit ihm tanzt. Sie verbringen den ganzen Abend zusammen und später suchen sie sich ein lauschiges Plätzchen im Wald.
Als Rowarn am nächsten Morgen erwacht, ist Anini tot. Grausam zugerichtet, das Herz aus der Brust gerissen und regelrecht abgeschlachtet, wie schon zwei Mädchen vor ihr. Er selbst ist voller Blut, kann sich aber an nichts erinnern. In Panik rennt er Heim zu Schattenläufer und Schneemond. Doch die Dorfbewohner verdächtigen schnell Rowarn, den Andersartigen des Mordes und fordern lautstark seine Bestrafung. Die Valerii können aber alle zur Vernunft bringen und zu einer gemeinsamen Suche nach dem Mörder überreden.
Hilfe bekommen sie unverhofft von Fürst Noirun Ohneland und seinem Gefolge, allen voran dem Zwerg und Kriegskönig Olrig. Sie ahnen, dass Grimwari, riesige uralte Bestien, hinter den Morden stecken. Und so ist es auch. Rowarns Unschuld kann bewiesen werden.

"Die halbe Stadt war versammelt. Rowarn entdeckte die Schar, die mit erhobenen Waffen den Fürsten umringte. Ihre angespannte Haltung zeigte deutlich, dass sie auf alles gefasst waren und sofort handeln würden.
Der Grund dafür stand in der Mitte des Kreises, und Rowarn lief ein kalter Schauer den Rücken hinunter, als er die riesige Bestie sah. Noch größer als das Untier im Goldenen Baum, noch mehr Masse, und das grausame Gesicht... voller Wut und Hass, gleichzeitig voller ungezügelter Wildheit und... noch mehr, viel mehr. Rotbraune Augen, die voller Leben waren, wissend, hellwach und alt. Uralt."


Wirklich glücklich macht ihn der Beweis seiner Unschuld nicht, denn er erfährt nun von seinen Zieheltern, dass seine leibliche Mutter, die Herrscherin von Ardig Hall ermordet wurde und dass er von den Nauraka, einem Meervolk, abstammt. Auch der Fürst ist eigentlich aus einem anderen Grund nach Inniu gekommen. Er sucht Rekruten für sein Heer. Zusammen mit einigen Dorfbewohnern schließt Rowarn sich dem Fürsten an, um mit ihm das erwürdige Ardig Hall, das Schloss des Friedens und Heimat von Rowarns leiblicher Mutter, vom Bösen zu befreien.
Nicht nur die Suche nach seiner Herkunft treibt Rowarn an, sondern auch die Rache am Mörder seiner Mutter, der seitdem Ardig Hall besetzt.

Hier beginnt Rowarns großes Abenteuer... Er muss harte Aufgaben bewältigen, entwickelt sich so aber zu einem mutigen jungen Ritter. Er trifft außergewöhnliche Menschen und Wesen, verliebt sich, gelangt an wundersame Orte und schließlich auf das großen Schlachtfeld von Ardig Hall. Dort steht ihm seine bisher größte Aufgabe bevor. Und er trifft endlich auf den Mörder seiner Mutter...

Uschi Zietsch hat hier den Auftakt für ein großartiges Fantasy-Abenteuer zu Papier gebracht, dem man sich bereits nach den ersten Seiten nicht mehr entziehen kann. Ihr leb- und bildhafter Erzählstil versetzen den Leser in die beschriebene Welt "Waldsee" und lassen ihn wirklich dabei sein bei Rowarns Abenteuern und denen seiner Gefährten.
Neben den schillernden Persönlichkeiten Waldsees, die allesamt detailverliebt erdacht wurden und unglaublich real wirken, führt die Autorin ihre Leser ebenso detailverliebt in die wunderschöne und vielfältige Welt Waldsees ein, dass man glaubt vor Ort zu sein. Jede Szene ist voller Emotionen, besonders die Kämpfe sind so spannend beschrieben, dass die Augen buchstäblich über die Buchseiten rasen.
Ein ausführliches Glossar rundet dieses Werk ab.

Das Ende dieses ersten Teils der Waldsee-Chroniken wurden weise gewählt. Man wird sich den zweiten Band ebenfalls kaufen müssen, denn nach dieser Lektüre fühlt man sich mit ihrer Hauptfigur Rowarn verbunden und will sein Schicksal weiterhin verfolgen. Ein grandioser Auftakt!



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Dämonenblut
Autoren: Uschi Zietsch
Serie: Die Chroniken von Waldsee, Band 1
Verlag: Bastei Lübbe
Kritiker: Daniela Hanisch
Wertung: ****

Schneemond und Schattenläufer, die zum Volk der Velerii, der Pferdemenschen gehören, behüten Weideling, einen magischen Ort, der wunderbare Heilkräfte hervorbringt. In ihrer Obhut ist Rowarn, ein Findelkind, aufgewachsen. Der junge Mann wurde von den beiden Velerii gut gelehrt, so dass er klug ist und das Leben zu schätzen vermag. Doch da er ein Mensch ist, verlangt es ihn auch nach der Gesellschaft anderer Menschen. Aus diesem Grund hat er sich entgegen dem Verbot seiner Muhmen in die Stadt Madin begeben, weil er hofft, dort Anini, einem wunderschönen Mädchen, beim Fest zu begegnen.

Rowarns Träume werden wahr, denn auch wenn er sich abseits hielt, hat ihn Anini gefunden und ist gemeinsam mit ihm verschwunden, um schönere Dinge zu treiben. Die beiden jungen Menschen verbringen eine wunderbare Nacht, nach der Rowarn in süße Träume entschlummert. Doch als er aufwacht, muss er feststellen, dass Anini tot ist, ihr Körper ist zerfetzt und ihr Herz wurde ihr aus der Brust gerissen. Entsetzt flieht Rowarn, denn er weiß, dass die Stadtbewohner sicher ihn für den Täter halten würden.

Aber dann kommt alles anders als gedacht, denn ein Trupp Reiter zerstört den Frieden des Tals. Sie sind auf der Suche nach Rekruten für eine Schlacht und suchen Rat bei den beiden Velerii. Rowarn führt sie dorthin und verändert damit sein Leben. Denn hier erfährt er, wer seine Mutter gewesen ist und dass es auch um ihn in diesem Krieg geht. Wagemutig schließt er sich gemeinsam mit anderen Rekruten dem Heer an, doch nichts hätte ihn auf das vorbereiten können, was ihn erwartet.

"Dämonenblut" ist der erste Roman der Serie "Die Waldsee-Chroniken". Im Mittelpunkt steht der wagemutige und ehrbare junge Rowarn, der die Geheimnisse um seine Geburt lüften möchte und Rache für den Tod seiner Mutter nehmen will. Aber er allein ist nicht der Dreh- und Angelpunkt, denn der Grund für den Krieg ist ein mächtiges zerstörtes Artefakt, um das sich viele Legenden ranken und um das seit hunderten von Jahren gekämpft wird. Uschi Zietsch gelingt es hier, vor dem Leser langsam und bedächtig die Komplexität einer fantastischen Welt zu entfalten, ihre Vergangenheit zu erklären und den Leser in ihren Bann zu ziehen.

Gespickt mit mächtigen Gestalten, Unsterblichen, Dämonen und Zwergen ist diese Erzählwelt, die dennoch realistisch und glaubhaft beschrieben wird. Besonders die Kampfszenen reißen den Leser mit und lassen ihn vor Spannung eifrig weiterblättern. Glaubhaft vermittelt die Autorin die Beweggründe von Rowarn und den anderen Charakteren, die durch eingestreute Details lebendig und dreidimensional wirken.

Wer Fantasy liebt, der sollte dieses Buch in die Hand nehmen. Mehr Legenden, Heldenmut und Epos wird man selten finden.


Rezension bei Buchwurm.info

www.uschizietsch.de